Bad Grund (pb). Das Seniorenzentrum Sander, Haus „Viktoria“, dessen Grundsteinlegung vor elf Jahren auf dem rund 10 000 m² umfassenden Grundstück der Schurbergstraße 2 erfolgte, feierte Samstag, 1. April, sein zehnjähriges Bestehen.

Dort, wo vor etwa zwölf Jahren noch die „Westernstadt“ mit ihren acht leer stehenden, ehemaligen Bergarbeiter­häusern alles andere als eine Augen­weide darstellte, zieht seit dem 1. April 2007 das rund 3.500 Quadratmeter große Gebäu­de und der daran angrenzende – für die Bergstadt nicht alltägliche – Sinnes­garten die Blicke der Bad Grundner und der Gäste auf sich.

Im Haus, in dem der Besucher am Eingangsbereich traditionsgemäß von einem Klavier, einem Kronleuchter aus Böhmen und einem 1 mal 1,30 Meter großen „Westernstadt“-Keramik-Puzzle begrüßt wird, zogen damals 60 Frauen und Männer aus den im Bremer Weg, im Sonnenbadweg und im Hübichweg gelegenen Häusern ein. Weil die Ansprüche an Seniorenheime weiter gestiegen sind, bietet das Haus „Viktoria“ mittlerweile 83 Bewohnern eine betreute Unterkunft, die sowohl über das klassische Pflegeheim, als auch die gerontopsychiatrische Abteilung, eine Demenzstation sowie über vollstationäre Pflege und Kurzzeitpflege verfügt, in denen 91 Mitarbeiter/innen rund um die Uhr im Einsatz sind. Außerdem sorgen zwei Ärzte aus Göttingen, die einmal in der Woche zur Sprechstunde in das Seniorenzentrum kommen, dafür, dass die fachmedizinische Betreuung auch gewährleistet ist. Überhaupt sind dort rund 300 Arbeitsplätze geschaffen worden.

Das „Viktoria“ weist Einzel- und Doppelzimmer auf, die alle über behindertengerechte Badezimmer verfügen. Die Räumlichkeiten sind in fünf Stationen auf drei Etagen verteilt, die durch ihre Farbgebung und Deko­ration einen warmen Wohn- und absolut keinen Warteraum-Charakter vermitteln.

Außerdem verfügt jede Station über ein eigenes Schwesternzimmer, ei­nen Pflegearbeitsraum und ein Pflegebad. Und es gibt einen Friseursalon sowie drei große Balkone, die zum Verweilen einladen. Dies tut ebenso die Hauskapelle, in der Gottesdienste aller Kon­fessionen abgehalten werden.

Dieses Haus weist weiter sechs Wohnungen auf, die über zwei Zimmer, eine Küche und ein Bad sowie eine Terrasse verfügen. In ihnen wird betreutes Wohnen angeboten, was zu einer vollen Auslastung geführt hat.

Dr. Oswald Sander, Geschäftsführer des Seniorenzentrum Sander GmbH  hatte aber geplant, dass dieses Seniorenzentrum der gehobenen Klasse auch etwas für die körperliche Gesundheit der Menschen anbieten soll. Somit sorgte er dafür, dass eine Verbindung zum Kurzentrum geschaffen wurde. Damit besteht die Möglichkeit, beim Bowlen, Schwimmen oder im kleinen Fitnesszentrum dafür zu sorgen, dass der Körper nicht „einrostet“. Außerdem wird mit heimeigenen Kleinbussen zu Ausflügen in dieser Region durchgestartet.

Für kulturelle Kurzweil sorgen weiter Gruppen vieler Generationen. Denn neben den Mädchen und Jungen der Grundschule der Gemeinde Bad Grund  und des Kindergartens der Bergstadt gastieren dort die Kreismusikschule, Familie Klingebiel und die Harzer Roller. Dauergäste vom ersten Tag an ist der MGV Badenhausen, der zweimal in Jahr zu einem kleinen Konzert anreist.

Die Küche sorgt sich um das leibliche Wohlbefinden, und das inzwischen nicht  „nur“ für die Bewohner, denn sie hat sich zum „Mobilen Mittagstisch“ gemausert, für den fünf Fahrzeuge angeschafft wurden. Denn das im „Viktoria“ fertiggestellte Essen wird im gesamten Altkreis Osterode sowie den Oberharz ausgeliefert. Die Wasch­kü­che und der Bügelraum, die mit überdimensionalen Maschinen ausgestattet sind, machen es möglich, dass keine Wäsche außer Haus gegeben werden muss.

Auf dem Grundstück selbst lädt  der Sinnesgarten, der in unterschiedlichste Lebensbereiche aufgeteilt ist und sowohl einen Teich als auch einen Wasserfall beherbergt, zum Verweilen ein. Davon machen nicht nur die Bewohner, sondern ebenso die Gäste gerne Gebrauch.

Dr. Sander ist auch nach zehn Jahren fest davon überzeugt, dass  das Haus den richtigen Namen erhalten hat, denn das lateinische Viktoria heißt übersetzt: „Siegerin“. Das Jubiläum soll übrigens erst im Sommer gebührend gefeiert werden. pb

Das Bild erinnert an das Verschwinden der „Westernstadt“ Bad Grund. Fotos: privat

 

Dr. Oswald Sander präsentiert voller Stolz vor dem Haus „Viktoria“ zusammen mit dem Personal des „Menüboten“ den gesamten Fuhrpark. (Foto: Bordfeld)