Wenn die Vorlage durch den Gemeinderat geht, können nördlich der Siedlung Vor der Welt auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern Einfamilienhäuser entstehen

Gittelde (hn). Bereits im Februar dieses Jahres habe der Eigentümer des nördlich von der Siedlung Vor der Welt liegenden Grundstücks gleichzeitig für einen weiteren Interessenten nachgefragt, ob ein Teil des Geländes für eine Wohnbebauung genutzt werden könne.

Aus Sicht der Verwaltung biete sich das Gebiet, auch aufgrund der teils bereits vorhandenen Erschließung, als Bebauungsfläche an, so der Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, auf der jüngsten Ortsratssitzung am Dienstag im Gemeindezentrum in Gittelde.

Im Wesentlichen geht es darum, längs der teilweise bereits vorhandenen und bisher nur einseitig angebauten Erschließung für eine wohnbaurechtliche Nutzung die städtebauplanungsrechtliche Grundlage zu schaffen. Ausgehend davon, dass in Gittelde nur noch vereinzelt baulich nutzbare Grundstücke vorhanden sind, erscheine es gerechtfertigt, diese Ausweisung als mit dem Grundsatz des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden vereinbar zu bezeichnen, so der Wortlaut der Beschlussvorlage. Weiter heißt es, dass andererseits weder geboten noch vertretbar sei, ein übergebührlich großes Wohnbaulandangebot zu entwickeln. Deshalb solle die Planung auf eine Bauplatztiefe beschränkt werden, etwa 4000 Quadratmeter, wie der Eigentümer auf der Sitzung bestätigte. Eine ins Gewicht fallende Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, insbesondere eine Fernwirkung, sei durch die Angliederung an den Ortsrand nicht anzunehmen. Des Weiteren betonte Dietzmann, das man nicht vorhabe, im Rahmen des Straßenbaus etwas zu tun. „Hier wird die Gemeinde nicht von sich aus sagen, da muss eine neue Straße hin“, so der Verwaltungschef. „Wenn es in diesem Fall nicht so einfach gewesen wäre, anzuschließen, hätten wir uns schwer getan mit der Zustimmung“, so der Ortsbürgermeister Olaf de Vries (SPD). Es biete sich an und verschlechtere nicht das Ortsbild, so Martin Dill (CDU).

Im Rahmen der Anhörung des Ortsrates stimmte dieser auch für die Änderung des Bebauungsplanes Industrieerweiterung Teichhütte. Hier möchte ein Eigentümer des Grundstücks Breslauer Straße ein gemeindliches Flurstück erwerben und einen Carport zur Eigennutzung errichten. Da demnächst in der Grundschule Gittelde ein großes Fest und die Einschulung anstünde, empfahl Dietzmann, dass sich die Schule an den Eigentümer des Parkplatzes hinter der ehemaligen Fuba wende, damit Besucher dort parken dürften.

Auch wenn eine Wohnbebauung im nördlichen Teil der Siedlung Vor der Welt vielleicht nicht das Ortsbild beeinträchtigt, ist die schöne Aussicht durch zukünftige Wohnhäuser dann wohl nicht mehr dieselbe (Foto: Herma Niemann).