Aus der Jahreshauptversammlung der Schützengesellschaft Bad Grund von 1590

Bad Grund (ps). Oberschützenvogt Manfred von Daak sprach als Ortsbürgermeister den Schützen seinen Dank für die Aufrechterhaltung der Schützentradition aus, verwies darauf, dass die Schützengesellschaft der Bergstadt Bad Grund zwar die älteste, doch auch die kleinste aktive Schützentruppe in der Gemeinde Bad Grund sei.

Und nur in Gemeinschaft mit dem Schützenverein Gittelde könne an sportlichen Wettkämpfen teilgenommen werden.

Schützenvogt Ralf Räkel brachte es auf den Punkt: „Unser Verein stirbt aus!“ Bei nur wenigen Mitgliedern müsse man alle Auflagen zum Betrieb der Schießanlagen erfüllen und für den Erhalt des Schützenhauses sorgen. Noch sei das möglich, dank der Unterstützung durch andere Vereine, die ihre Veranstaltungen im Schützenhaus durchführen.

Die Werbung um neue Mitglieder sei seit Jahren erfolglos verlaufen, daher habe der Vorstand sich entschlossen, keine neuen Mitglieder aufzunehmen. Aus finanziellen Gründen und da die Ausbildung junger Schützen, bei nur noch drei aktiven Schützenbrüdern, nicht mehr möglich sei. Eine Aufnahme im Schützenverein sei daher nicht zu verantworten.

Auch Schießleiter Günther Machnik machte deutlich: „Mit nur noch drei aktiven Sportschützen könne man keine eigene Mannschaft aufstellen, sei aus Kostengründen aus dem Schützenbund und dem Deutschen Sportbund ausgetreten, um gemeinsam  mit Gittelder Schützen an Wettkämpfen teilzunehmen.“ Mit Erfolg, so ging es aus seinem Bericht hervor: Beim Rundenwettkampf in Osterode in der Klasse Senioren C errang die Mannschaft mit Horst Franke, Claus Messerschmidt und Günther Machnik den 5. Platz, in der Einzelwertung Günther Machnik 3. Pl., Horst Franke 5. Pl. und Claus Messerschmidt 7. Pl.  

Besonders deutlich wurde die Situation der Schützengesellschaft Bad Grund, als sich die Mitglieder vor Beginn der Jahreshauptversammlung zu Ehren des verstorbenen Schützenbruders Hans-Joachim Agathon zu einer Gedenkminute von ihren Plätzen erhoben hatten. Mit Hans-Joachim Agathon fehlt nicht nur ein geachteter Schützenbruder, sondern ein Aktiver, der mit zahlreichen ersten Plätzen aufwarten konnte.

Aus dem Jahresbericht von Rechnungsführerin Ursula Salinger, den Kassenprüfer Claus Messerschmidt vortrug, ergab sich die angespannte finanzielle Situation der Schützengesellschaft. Insbesondere, da eine nicht aufzuschiebende Dachsanierung ansteht. Erfreulicherweise hat ein örtlicher Handwerksbetrieb das kostenlose Aufstellen eines Gerüstes zugesagt, daher wird die Maßnahme in ehrenamtlicher Arbeit durgeführt werden können.

Auch wenn die Situation der Schützengesellschaft Bad Grund von 1590 deutlich dargestellt worden war, ein Bad Grunder Bürger, der als Nichtmitglied die Jahreshauptversammlung besuchte, konnte seine Enttäuschung über die Entwicklung im Schützenwesen nicht verbergen. Unter Hinweis auf die glorreiche Vergangenheit warb er wortreich um größere Anstrengungen zum Erhalt der Schützengesellschaft.

Oberschützenvogt Manfred von Daak stellte klar: „Mit Fensterreden sei der Schützengesellschaft Bad Grund nicht geholfen, konkrete Vorschläge wären angebrachter!“

Ehrung der erfolgreichen Schützenbrüder und Dank mit einem Präsent an die Vorsitzender unterstützender Vereine. (Foto: Peter Schwinger)