Ein Paradies für Hunde und ihre Besitzer: im Hundewald Wildemann dürfen die Vierbeiner das ganze Jahr ohne Leine laufen

Bad Grund / Wildemann (hn). Fellpfoten, egal wie groß oder klein sie sind, brauchen ihren Auslauf. Im Hundewald Wildemann heißt es jeden Tag Leinen los zum Toben, Spielen, Rennen und Buddeln, damit Hund einfach Hund sein darf auf rund 3000 eingezäunten Quadratmetern.

Hier treffen große und kleine, langhaarige und kurzhaarige, temperamentvolle und ruhige Hundeschnauzen friedlich aufeinander, genauso wie ihre Herrchen und Frauchen. Für die Zwei- und Vierbeiner gibt es im Hundewald nicht nur viel Natur sondern dort werden den Hunden auch die Freiheit ohne Leine, Verstecke und Suchmöglichkeiten geboten. Gras- und Waldboden wechseln sich ab und zudem liegt der Hundewald idyllisch unterhalb eines alten Steinbruchs. Darüber hinaus bietet das Zusammentreffen mit anderen Hunden eine gute Gelegenheit, ein gesundes Sozialverhalten zu üben, und die Hundehalter haben die Möglichkeit, sich etwa über Erziehung und Ernährung ihrer Lieblinge auszutauschen.

Die Idee, den Hundewald zu errichten, entstand daraus, dass Hunde in der Brut- und Setz-Zeit, die in Niedersachsen vom ersten April bis 15. Juli dauert, nur an der Leine geführt werden dürfen. Im Nationalpark Harz herrscht zudem ein ganzjähriger Leinenzwang. Im Jahr 2008 gründete sich der gemeinnützige Verein Hundefreunde Bergstadt Wildemann und etwa ein Jahr später im April 2009 wurde der Hundewald in dem Freilauf-Areal Schwarzewald offiziell eröffnet. Damals hätten auch viele überregionale Zeitungen und Sender darüber berichtet, erzählt die erste Vorsitzende Franziska Teerling aus Bad Grund. Das Gelände ist vom Niedersächsischen Forstamt Riefensbeek gepachtet. Seitdem kommen nicht nur Hundebesitzer aus der Umgebung sondern auch immer mehr Urlauber, auch aus den Niederlanden und Dänemark, gerne mit ihren vierbeinigen Freunden dorthin. Vor kurzem sei sogar eine Familie aus den Vereinigten Staaten bei ihnen gewesen. Mit der Aufsicht wechseln sich die Vorstandsmitglieder ab, und bringen dann auch Kaffee, Kuchen oder Kekse mit.

Ärger unter den Hunden gebe es nur sehr selten, berichtet Teerling, die seit einem Jahr das Frauchen des American Spaniel mit dem Namen Stanley ist. Um Ärger vorzubeugen, hat der Verein aber auch ein paar Regeln aufgestellt, wie etwa, dass kein Hundespielzeug und auch kein Futter mitgebracht werden darf, denn das seien die größten Neid-Erzeuger unter den Fellpfoten, weiß die Bad Grunderin. Zu dem Freigelände gehört ein großes Stück Wald, außerdem darf auch der weiter unten gelegene Teich genutzt werden.

„Bei uns ist jeder willkommen“, sagt Rolf Stache (Beisitzer), der seit neun Jahren das Herrchen von Kyra, einem elfjährigen Jack Russel, ist. Ab und zu werden auch spezielle Hundetreffs nach Rassen dort veranstaltet, einmal war auch schon die Rettungshundestaffel aus Lengede zu Gast.

Ann-Kathrin Stopp und ihr Vater Wilfried Senne aus Northeim kommen seit ungefähr drei Jahren, wenn auch nur unregelmäßig, in den Hundewald, weil es dort, wie sie sagen, so unkompliziert zuginge. Die beiden haben zwei Beagle, Cobra und Joyce, und einen Bolonka Zwetna (eine russischen Hunderasse vom Typ Bichon) mit Namen Snoopy. „Die Hunde haben hier Spaß, haben ihren Auslauf und Kontakt zu anderen Hunden“, so Ann-Kathrin Stopp „und außerdem ist es nicht nur für die Hunde sondern auch für ihre Besitzer eine schöne Abwechslung zum normalen Spaziergehen“. Am vergangenen Samstag war Evelyn Richter aus Liebenburg mit ihrem Irish Setter Aramis zum ersten Mal dabei. Sie habe von dem Hundewald gehört und wollte es einmal ausprobieren. Sie sei mit ihrem Hund herzlich aufgenommen worden und könne sich vorstellen, je nachdem wie ihre Arbeitszeit falle, von nun an öfter dorthin zu gehen.

Der Hundewald ist zu jeder Tages- und Nachtzeit betretbar. Der Verein hat inzwischen 116 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag leisten. Gäste sind immer gerne willkommen und können eine kleine Spende hinterlassen. Am besten erreicht man den Hundewald im Schwarzewald vom Parkplatz am Harzklub-Wanderheim an der Landstraße hinter dem Ortsausgang Wildemann in Richtung Clausthal. Die Gehzeit beträgt etwa fünf bis zehn Minuten.

Die Mitgliedschaft im Verein Hundefreunde Bergstadt Wildemann kostet für Einzelpersonen 10 Euro und Familien 15 Euro im Jahr. Kontakt: Franziska Teerling, Telefonnummer 05327- 829937. Weitere Informationen auf der Homepage www.harzer-hundewald.de

Foto: Herma Niemann