600 Meter durch den Pochwerkstollen

Bad Grund (ps). Die Befahrung, wie es in der Bergmannsprache heißt, des Stollens vom Mundloch am alten Pochwerk bis unter das Gelände der ehemaligen Grube Hilfe Gottes ist alle zwei Jahre vorgeschrieben.

Der Stollen wurde durch die Preussag umfassend saniert und an die Bergstadt übergeben, dadurch aus der Bergaufsicht entlassen.  Das Landesbergamt Clausthal ist zur  Gefahrenabwehr jedoch weiterhin zuständig.

In den Pochwerkstollen wurde nach der Schließung des Bergwerkes 1996/97 eine Abwasserrohrleitung verlegt, die kontrolliert werden muss.  Zum Kontrollgang durch den 600 Meter langen Stollen hatte Dipl. Ing. Uwe Schiller von der Gemeinde Bad Grund eingeladen. Vom Landesbergamt Clausthal war, im Rahmen der Bergaufsicht,  Bergamtmann Thomas Finkeldey mit von der Partie, festgestellte Mängel zu dokumentieren.

Ausgerüstet mit  wetterfester Kleidung, Gummistiefel, Sicherheitshelm und Handlampe ging es in den im Jahre 1906 erbauten Stollen, der auf ganzer Länge nur eine Breite zwischen 1,35m und 2,83 m und eine Firsthöhe zwischen 1,76m und 2,31m aufweist. Auf der Sohle des Stollens verläuft zwischen den Schienen ein offener Regenwasserkanal mit einer Grabenbreite zwischen 0,44m und 0,70m, der in die Flut am Georgstollen mündet.

Mit der Kontrolle der Abwasserrohrleitung ergaben sich keine Beanstandungen.  Auch der Stollen ist insgesamt in einem guten Zustand. Das Problem ist die Begehbarkeit des Stollens, denn nur im unteren Teil liegen auf den Schienen über dem Regenwasserkanal Gitterroste aus Metall. Im restlichen Bereich liegen zum Begehen Holzbohlen, die „einsturzgefährdet“ sind, sodass man nur den schmalen Bereich rechts oder links der Schienen nutzen kann: so wurde der Kontrollgang zu einem besonderen Erlebnis.

Aus Sicherheitsgründen werden diese Holzbohlen gegen Gitterroste ausgetauscht. Von Vorteil ist, dass die Schienen, auf denen einst Loren (bergmännisch Hunt) mit den Erzen aus der Grube Hilfe Gottes zum Pochwerk am Georgstollen fuhren, noch in  gutem Zustand sind. Die Holzbohlen aus dem Stollen können so herausgeholt werden und die Gitterroste zum Verlegen hineingebracht werden. Dem Bergbaumuseum wurden  nach der Schließung des Bergwerkes zu Anschauungszwecken auch Materialtransportloren  überlassen.  Zum Transport der Holzbohlen und Gitterroste auf „ihren“ alten Schienen werden sie  jetzt gebraucht.

Erinnerungsfoto an eine besondere Befahrung.  Foto: Gemeinde