Die Lebenssituation der Menschen in Surinam wurde beschrieben

Bad Grund (ps). Frauen aller Konfessionen laden alljährlich zum Weltgebetstag der Frauen ein, um ein ausgewähltes Land vorzustellen. In Bad Grund wurde dieser stets gut besuchte Gottesdienst, unter der Leitung von Gisela Hente, von katholischen und evangelischen Frauen im evangelischen Gemeindehaus gestaltet.

Unter dem Motto „Gottes Schöpfung ist sehr gut“ kam die Gottesdienstordnung in diesem Jahr aus Surinam. Mit Lesungen, Gebeten und Gesängen wurde das Land vorgestellt und über Geschichte und Alltag berichtet, wobei die Besucher mit eingebunden wurden. Und zum Abschluss wurden, von der Kochgruppe Bad Grund/Wildemann zubereitete, landestypische Gerichte serviert.

Als kleinstes Land Südamerikas liegt Surinam am Atlantischen Ozean nördlich von Brasilien und hat bei einer Fläche von 164.000 qkm nur rund 540.000 Einwohner. Aus vier Kontinenten eingewandert bilden sie mit der indigenen Bevölkerung ein buntes Völkergemisch, was sich in den Religionszugehörigkeiten widerspiegelt:  48 % christliche Religionsgemeinschaften, 25 % Hindus, 20 % Muslime und 5 % Naturregionen.

Als einst niederländische Kolonie, erst 1975 in die Unabhängigkeit entlassen, hat Surinam nicht nur Niederländisch als Amtssprache, sondern auch das Schulsystem wurde beibehalten. Rund 345.000 Menschen surinamischer Herkunft leben in den Niederlanden und unterstützen finanziell ihre Familien in der Heimat.

Sieben Frauen zeigten im Gemeindehaus in Textbeiträgen die Situation von Frauen in Surinam aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen auf. Insbesondere die hohe Müttersterblichkeit führt zu einer geringeren Lebenserwartung. Teenageschwangerschaften führen zum Schulabbruch, da die meist vaterlosen Kinder zumeist allein ernährt werden müssen. Oft durch Prostitution und Drogenhandel. Mit den Einnahmen aus der durchgeführten Kollekte werden daher weltweit Mädchen und junge Frauen unterstützt.

Mit der Beschreibung einer wunderbaren Natur wurde deren Schönheit aufgezeigt. Mehr als 1000 Baumarten, unzählige Schmetterlingsarten und Blumen, eine Artenvielfalt bei den Tieren, bis hin zu den zahlreichen Meeresschildkröten.  Die Bewahrung der Schöpfung, die auch in Surinam bedroht ist, wurde angemahnt. Das Abholzen der Wälder und die Illegalen Goldminen verursachen große Umweltschäden, so wird beim Goldabbau viel Quecksilber eingesetzt, das zuerst die Flüsse und Fische und schließlich auch die Menschen vergiftet.

Die Besucher des Gottesdienstes zum Weltgebetstag der Frauen waren beeindruckt von der Entdeckungsreise über das Land Surinam, von dem viele nicht einmal den Namen kennen, oder meinen, dass es in Afrika liegt. Das Weltgebetsland 2019 ist Slowenien, unter dem Motto „Komm, alles ist richtig!“  ps

 

Über Surinam informierten evangelische und katholische Frauen im Gemeindehaus. Fotos: Peter Schwinger