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Badenhausen (pb). Zum bereits 13ten Mal hatte die Kirchengemeinde Badenhausen zum SommerNachtTraum in die St. Martinkirche geladen. Und es waren viele gekommen, um zusammen mit den Künstlern eine Sommerstunde mit viel Musik und einem Bericht über die Frage, wie die Reformation nach Badenhausen kam, im warmen Kerzenschein zu erleben.

Traditionsgemäß hieß Pfarrer Thomas Waubke die Gäste in der Rolle des Poeten willkommen, der sehr genau auf das Versmaß und die Aussagekraft seine Worte achtete. Er bat alle, in diese Welt einzutreten, in der nicht nur zugehört, sondern auch mitgemacht werden durfte. Peter Wendlandt und Thomas Asche stimmten dahingegen als Willkommensgruß Orgel und Posaune an, welche nicht minder überzeugend waren, wie das gesprochene Wort. 

Der „Cantate!-Chor“ unter Leitung von Florian Bruntz sang ein breit gefächertes Programm mit Werken alter und neuer Musik: das Programm begann mit den Motetten „Ein feste Burg“ von Telemann und „Die Himmel erzählen“ von Schütz. Und der Chor präsentierte  diese nicht leicht zu singenden Stücke sehr sicher. Ein nächster Abschnitt war englischer Musik gewidmet: sie galt dem Renaissancekomponisten John Dowland, der eine Zeit lang am Braunschweiger Hof lebte, und dem zeitgenössischen Komponisten Matthew Harris, der klangvolle Musik zu den Texten Shakespeares schrieb, der wie Luther als Schöpfer seiner Sprache gilt. Man merkte dem Chor an, wie sehr ihm diese nuancenreiche Musik  am Herzen lag. Zum Schluss erklang gemäß Luthers Ausspruch „Gottes Wort und Gnaden ist wie ein fahrender Platzregen“ der „Parkplatzregen“ des Komponisten Oliver Gies, ein schmissiger, witziger Song, an dem Zuhörende und Choristen ihre Freude hatten.

Das Streicherensemble der Kreismusikschule unter Leitung von Carsten Armbrecht musizierte virtuos und sicher barocke Konzertstücke: den ersten Satz von Bachs Doppelkonzert in d-Moll, den dritten Satz von Telemanns Bratschenkonzert G-Dur und den letzten Satz aus Vivaldis Konzert für zwei Violinen a-Moll. Die Solisten kamen aus den eigenen Reihen: Nhulan Vu, Johanna Waubke, Merlin Wenkel (Violine) und Katharina Waubke (Viola). Sie zeigten zusammen mit dem Ensemble unter Einstudierung und Leitung ihres Lehrers Carsten Armbrecht (selber auch als Solist zu hören), was gute Ensemblemusik bedeutet: solistische Beherrschung des eigenen Instrumentes und die aufeinander hörende Freude gemeinsamen Musizierens. Bei Bachs berühmter Air D-Dur zeigte das überwiegend jugendliche Orchester seine lyrische Ausdrucksfähigkeit, bei den irischen Songs seine Ausgelassenheit.

Viel mitzuteilen hatte auch Dr. Jörg Leuschner. Er  gewährte unterhaltsam tiefe Einblicke in das Leben und Werken Martin Luthers und der Badenhäuser Dorfgeschichte und beantwortete die Frage, ob der Reformator auch in Badenhausen war, mit dem Satz: „Es gibt keinen Beweis, dass er nicht hier war.“

Am Ende regnete für alle Instrumentalisten und Sänger, die den ganzen Abend schon von dem wichtigsten Brot des Künstlers, dem Applaus genussvoll zehren konnten,  gelbe Rosen. Und das Orchester ließ sich nicht lange bitten, als Zugabe den „Marsch“ aus Bizets „Carmen“ zu Gehör zu bringen.

Als der letzte Ton verklungen war, machten sich alle auf in den Pfarrgarten, um den von Gemütlichkeit und Gedankenaustausch sowie Speis und Trank untermalten SommerNachtTraum fortzusetzen. Nicht selten war der Satz zu vernehmen: „Einfach wunderschön“.

 

Bilder:

Peter Wendlandt und Thomas Asche begrüßten alle mit Orgel und Posaune.

Der „Cantate!-Chor“  wusste zu überzeugen und zu begeistern.

Das Streicherensemble der Kreismusikschule faszinierte die Gäste.

Dr. Jörg Leuschner Fotos: Petra Bordfeld