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Badenhausen (pb). Unter dem Motto „Komm, wir pflanzen einen Baum“, hatte Pastor Thomas Waubke zu einem Gottesdienst in die St. Martin-Kirche Badenhausen eingeladen. Im Mittelpunkt standen mehr als 15 neue, von Vereinen und Einzelpersonen gesponserte Bäume im Kirchgarten.

Die Aktion „Pflanz einen Baum – neue Bäume rund um die Kirche“ wurde in enger Kooperation von der Gemeinde Bad Grund und der evangelischen Kirchengemeinde Badenhausen vorbereitet. Schon einige Tage vor dem Gottesdienst hatte sich der erfahrene Wünschelrutengänger Willi Lange daran gemacht, die besten Standplätze für Linden, Blutbuchen, Eichen und Maulbeeren zu finden.

Während des gut besuchten Gottesdienstes, bei dem viele Besucher/innen sich auch mit einem Stehplatz sehr zufrieden gaben, musizierten Mädchen und Jungen des ev. Kindergartens, der Männergesangverein und die Martinsbläsern.

In einer „Baumpredigt“ stellte Gärtnermeisterin Birgitt Nienstedt die Bäume und ihre Eigenschaften vor, während Pfarrer Thomas Waubke anhand von Bibelstellen über Bäume zum Mit- und Nachdenken anregte. Kirchenvorsteher Mike Südekum dankte allen, die mit Rat und Tat und Spende dazu beigetragen hatten, dass die Neubegrünung des Kirchplatzes möglich wurde. Der Abschluss des Gottesdienstes wurde vor der Tür bei den Bäumen gefeiert. Die Freiwillige Feuerwehr Badenhausen hatten vorsorglich die Thüringer Straße so gesperrt, das die Gäste sich dort gefahrlos aufstellen konnten, und niemand ließ sich das nehmen. Die Kindergartenkinder „bevölkerten“ die Treppe, links und rechts davon postierten sich die Instrumentalisten und die Sänger. Es herrschte eine freundlich, feierliche Stimmung unter freiem Himmel.

Als dieser Teil der liturgischen Feier abgeschlossen war, strömten alle in den Kirchgarten, um zu sehen, wo welcher Baum seinen neuen Platz gefunden hatte. Alle Bäume standen schon in der Erde, damit sie zwischen Anlieferung und Pflanzung nicht austrocknen konnten. Allerdings musste noch Mulch verteilt und die neuen Pflanzungen gegossen werden.

Zur Abrundung des Pflanzfestes wurde dann Platz im Garten des Pfarrhaues Platz genommen. Schießlich hatte dort die Junggesellengemeinschaft Badenhausen dafür gesorgt, dass keiner hungrig und durstig nach Hause gehen musste.

Die Schützenmeister Michael Schulz und Hardy Höppner waren unter den Augen vieler Interessenten auch fleißig. Richtig los geht es für die beiden aber erst beim Schützenfest im Juli.

Die Martinsbläser, die Mädchen und Jungen des Kindergartens und der MGV Badenhausen sorgten auch unter freiem Himmel für die musikalische Umrahmung der liturgischen Feier. Fotos: Bordfeld

BLUTBUCHE

Sie ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Mit ihrer Veredelung wurde im 18. Jahrhundert begonnen. Sie ist eine Mutation der Rotbuche, die aufgrund ihrer roten Blätter den Namen erhielt. Die Rotfärbung der Blutbuchen wiederum ist auf Fehlen eines Enzyms zurückzuführen. Im im der Vegetationsperiode vergrünen sie Blutbuchen allerdings.

EICHE

Die Eiche, nach der Buche die verbreiteste Laubbaum-Gattung,gehört auch zur Familie der Buchengewächse. Die Eichenfrüchte hatten früher eine große Bedeutung für die Schweinehaltung, das Holz wurde im Schiffsbau verwendet.

Die Eiche galt aber auch als Lebensbaum, sie stand in ihrem dauerhaften Holz und dem langen Leben des Baumes für das ewige Leben und das ewige Heil. Auch wurde der Baum mit der glaubensstarken Heiligen Maria in Verbindung gebracht.

Im antiken Griechenland wurde die Eiche dem Gott Zeus, bei den Römern dem Jupiter und bei den Germanen dem Gewittergott Donar geweiht. Wegen der religiösen Bedeutung wurde unter Eichen wie auch unter Linden Gericht gehalten. Die Eiche ist häufig im Wappen zu finden, so beispielsweise auch in Eisdorf.

Das Eichenlaub war Bestandteil von militärischen Rang- oder Ehrenzeichen oder Bestandteil deutscher Münzen (50 Pfennig Eichen-Pflanzerin oder 1-10 Pfennig Eichenlaub). Der Eichenkranz wird noch heute den Siegerpferden beim Kranzreiten in Förste umgehängt. Im Niedersachsenlied heißt es: „Fest wie uns’re Eichen halten allzeit wir stand, wenn Stürme brausen über’s deutsche Vaterland“.

LINDE

Von Imkern wird sie während der Blüte als Bienenweide geschätzt (Lindenblütenhonig). Das Holz fand und findet in der Bildhauerei (Tilman Riemenschneider) beim Schnitzen und für Drechselarbeiten Verwendung (Kuckucksuhren, Bleistifte, Musikinstrumente wie Harfen).

Die getrockneten Lindenblüten dienen als Heiltee, der beruhigend auf die Nerven wirkt und bei Erkältung hilft.

Bei den Germanen und Slawen galt die Linde als heiliger Baum, war Göttin Freya gewidmet.

Viele Orte hatten im Dorfzentrum eine Linde, hier wurden Nachrichten ausgetauscht, man ging auf Brautschau und hielt Tanzfeste ab (Tanzlinde), ebenfalls wurde dort das Dorfgericht abgehalten. Nach Kriegen gab es den Brauch, Friedenslinden zu pflanzen.

Etwa 850 Orte tragen Namen, die auf den Lindenbaum zurückzuführen sind (Leipzig aus dem sorbischen Lipsk ab und bedeutet Linden Ort).

MAULBEERE

Sie gehört zur Familie der Maulbeergewächse, war schon den Römern bekannt, und wächst im Weinbauklima strauchartig.

Die grünen Blätter der Weißen Maulbeere dienen zur Zucht des Seidenwicklers und waren der hauptsächliche Zweck, zu dem Maulbeerbäume nach Europa eingeführt worden sind. Ganze Landschaften wurden mit Maulbeerbäumen, der Seidenraupenzucht und durch die Seidenproduktion geprägt. Billige Seidenimport aus Südostasien Anfang des 20. Jahrhunderts machten die europäische Seidenzucht überflüssig.

Die Blätter werden als Teeaufguss zur Behandlung von Blasen und Harnwegsentzündungen angewandt. Das Holz ist hart, dauerhaft und gut polierfähig, Japanpapier wird aus den Fasern herstellt.

Die Früchte sind essbar, erinnern an die Form einer länglichen Brombeere, sind süß und saftig und werden zu Sirup verarbeitet. Getrocknete Früchte erlangen immer größere Beliebtheit, denn sie ähneln im Geschmack den Rosinen.