Eisdorf (pb). Eisdorfs Dorfmoderatoren Annette Altmann, Petra Pinnecke und Jürgen Zuchowski hatten ins ehemalige Gemeindehaus zu einem Informationstreffen geladen, bei dem es um den vom Landkreises Göttingen gestarteten Wettbewerb  ging. Unter dem Motto „Unser Dorf fährt elektrisch“ wird noch bis August 2018 kreisweit das beste Programm genau dazu gesucht, für das es dann am Ende eine „Zapfsäule“ für elektrische Autos im Wert von rund 12 000 € geben wird.

Und Projektmanagerin Finja Mieth freute sich, einer so großen  Zahl von interessierten Eisdorfer Bürgern dieses Modell in seinen Einzelheiten vorzustellen.  Sie betonte, dass die Ziele die Entwicklung praxistauglicher und nachhaltiger Modelle des eCarsharing im Ländlichen Raum sind, damit soll letztendlich die Anbindung an die Unter- Mittel- oder Oberzentren erleichtert werden.

Dafür habe man eine erfreulich große Zahl an Projektpartner gefunden, zu denen auch das Leader-Projekt und die HarzEnergie zählen.  Somit stehe fest, dass drei Dörfer je Leader-Region eine Ladestation erhalten. Die Erstplatzierten dürfen sich außerdem über die Förderung von Leasingkosten in Höhe von maximal 7 500 € für ein Elektrofahrzeug freuen.

Bis zu der Endausscheidung muss allerdings erst einmal eine Aktionsgruppe  gebildet werden, in welcher alle interessierten Bürger teilnehmen können, um ein konkrete  Geschäftsmodell zu entwickeln. Wer in Eisdorf mitmachen möchte, sollte sich vormerken, dass sich zum ersten Mal am kommenden Donnerstag, 15. März um 18 Uhr im ehemaligen Gemeindebüro getroffen wird. Wer dabei sein möchte, melde sich bitte unter Telefon 05522/ 5057896 an. Mit diesem Treffen soll  der erste Schritt in die Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Carsharing-Konzeptes  für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren getätigt werden. Genau das muss dann bis August fertig sein. Im September wird dann eine Jury entscheiden wer das überzeugendste Projekt vorgelegt hat. Bis März 2019 werden die Sieger bei der Umsetzung der ausgearbeiteten Geschäftsmodelle betreut.

Finja Mieth legte offen dar, dass man sich bei der Programmentwicklung auch Gedanken über potenzielle Nutzer, Automodelle, die Fahrzeugladung, den Buchungsprozess, die zu erwartende Auslastung, die Nutzungsgebühren sowie die Pflege und Wartung machen sollte.

Und genau das taten schon an dem Abend einige Bürger. Einige sahen darin die Zukunft, weil dieses Modell durchaus realisier wäre. Letztendlich könne das e-Fahrzeug genutzt werden, wenn der eigene Wagen in der Werkstatt ist sich jemand kein eigenes Auto leisten könne, Skeptiker waren am Ende von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt. Die Bemerkung  „Ich würde mich als Chauffeurin für ältere Leute anbieten“ machte deutlich, dass dieses Projekt in Eisdorf  bereits angekommen ist.

Letztendlich habe hat ein e-Auto gegenüber von  Dieselfahrzeugen einen ganz besonderen Vorteil: es ist absolut  unabhängig von eventuellen Fahrverboten in Innenstädten. Außerdem könne man als gutes Vorbild für Klima- und Umweltschutz fungieren. Wichtig sei aber auch, dass das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird und Eisdorf weiterhin an Attraktivität gewinnt. Denn: „So ein Dorfauto macht was her!“. Außerdem könnten Im Belegplan auch Mitfahrwünsche älterer Bürger oder Schüler gebucht werden. Gleiches gelte Gemeinschaftsfahrten, mit denen man  Kosten, Umwelt und Zeit spart. “Für diese Modell ein Konzept zu entwerfen macht Spaß, weil wir es selbst gestalten können“, so eine weitere Feststellung.  Am Ende waren sich alle in einem einig: „Wir wollen den Wettbewerb gewinnen, Ladestation und Zuschüsse sind doch ein Anreiz!“

Finja Mieth stimmte den Überlegungen zu, und stellte fest, dass es noch einige Fakten gibt, die mit in die Überlegungen einbezogen werden müssten. Um diese Alternative anmieten zu können, müsse es für eine Möglichkeit der Buchung gesorgt werden. Ebenos wichtig seien ein sicherer Platz, wo der Fahrzeugschlüssel zu finden ist und ein Autopate, der sich um Pfelge und Technik des Autos kümmert. Ganz bestimmt nicht unwichtig ist, Stammmitglieder in Form eines noch zu gründenden Zusammenschlusses zu finden. Ein Jahresgrundbeitrag ließe sich dann eine Nutzungsgebühr auf wenige Euro beschränken. Hier könnten aber auch Staffelpreise für Nichtmitglieder ausgearbeitet werden. Eine Interessentenschaft könnte ebenso ins Leben gerufen werden, weil durch deren Mitgliedschaften das ganze Modell getragen werde. Übrigens wird es auch Fördermittel aus der Landes-Infrastruktur, für die Buchungssoftware, den Schlüsselkasten und Hinweisschilder geben.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie groß das Interesse ist, und genau das wird sich am 15. März zeigen, da sind sich die drei Dorfmoderatoren von Eisdorf sehr sicher. Denn an diesem Info-Abend hat sich schließlich bereits eine Projektgruppe gefunden, die sich erstmals an besagtem 15. März im ehemaligen Gemeindehaus, Mitteldorf 20, treffen wird. Sie würde sich aber auch über weitere Unterstützung freuen. Annette Altmann gibt übrigens gerne im Voraus Auskünfte zur Vorbereitung auf die Projektarbeit geben, falls jemand am InfoAbend mit Finja Mieth nicht hat teilnehmen können. 

Die Dorfmoderatorinnen Petra Pinnecke (re.) und Annette Altmann  (li.) zusammen mit der Projektmanagerin Finja Mieth. Foto: Petra Bordfeld