Gittelde. Die Absperrbänder, die seit Februar dieses Jahres die Besucher der St. Mauritius-Kirche in Gittelde zumeist nach oben blicken ließen, gehören der Geschichte an. Denn, was mit einem Sturm begann, wird jetzt mit neuen Ziegeln auf dem Hauptdach und dem Seitenschiff an der Südseite enden.

Dazwischen liegen Monate des Verhandelns, Prüfen und Abwarten, bis letztendlich in erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Gittelde und dem Baureferat des Landeskirchenamtes Wolfenbüttel ein realisierbarer Lösungsweg gefunden wurde.

Viele mögen sich noch an den Nachmittag des Freitag, dem 7. Februar, erinnern, als ein Sturm nicht nur durch Gittelde zog. Bei seinem Ritt durch die Straßenzüge des Fleckens ließ er einige Dachziegeln des Kirchendaches auf der Südseite herunterknallen. Passanten informierten gleich den Kirchenvorstand, und dessen Vorsitzender, Gerhard Meier, zog sofort in Zusammenarbeit mit einigen ehrenamtlichen Helfern, nicht zu übersehende Absperrbänder um die Gefahrenstelle herum. Am darauf folgenden Montag machten sich auch gleich Fachleute ans Werk, um das Loch in luftiger Höhe im Dach wieder zu schließen.

Allerdings stellte sich bei der Dachreparatur heraus, dass der Dachstuhl an sich zwar in Ordnung ist, doch die Dachziegel und die Dachlatten weitgehend verschlissen sind und eine ordnungsgemäße Reparatur nicht mehr erfolgen kann. Bei diesem Zustand des Daches bestand auch weiterhin die Gefahr, das schon beim leichtesten Lüftchen die Dachziegel wieder den Weg nach unten nehmen würden, und der Schaden immer noch größer werden könnte. Bei all den Erneuerungs-Überlegungen durfte aber auch der Schornstein des Gotteshauses nicht außen vor gelassen werden. Im Rahmen der Angebotsphase wurden die Gesamtkosten ermittelt, und in direkter Zusammenarbeit mit dem Landeskirchenamt ein möglicher Weg der gemeinsamen Finanzierung gesucht, denn die Gesamtkosten konnte die Kirchengemeinde Gittelde nicht alleine schultern.

Dem Baureferat des Landeskirchenamtes wurden vom Kirchenvorstand die Gesamtplanung, die fachliche Betreuung und auch die Bauleitung übertragen. Da gut Ding auch auf kirchlicher Ebene Weile haben will, und das Süddach den nächsten Stürmen Stand halten soll, wurde nichts übers Knie gebrochen. Als Planungen und die Kalkulation der Finanzierung abgeschlossen waren, wurde die Firma Main Müller Bedachungen aus Seesen mit der Durchführung der Baumaßnahme beauftragt.

Jetzt sind vier Handwerker dabei, das Süddach neu einzudecken. Dabei muss aber auch der Blitzableiter neu verlegt werden. Aufgrund der Höhe und Größe des Daches und des direkt angrenzenden Kirchenturms sind besondere Vorkehrungen zu treffen, damit Windverwirbelungen keinen Schaden anrichten können. Wenn der letzte Ziegel auf der ebenso neuen Dachlattung liegt, decken rund 3.000 eine Fläche von circa 245 Quadratmeter neu ein. Und auch der Schornstein erstrahlt wieder in einem neuen Glanz.

Doch das nächste Sorgenkind hat sich bereits aufgetan. Als der Schornsteinfegermeister Frank Soffner im Pfarrhaus die anstehende „Feuerstättenschau“ durchführte, stellte er fest, dass die Schornsteine dieses Gebäudes ebenfalls schnellstmöglich erneuert werden müssen. „Auch bei diesem Projekt werden wir das Landeskirchenamt um Hilfe bitten,“ so Gerhard Meier, der sich sicher ist, dass auch in diesem Falle die Kirchengemeinde Gittelde nicht im finanziellen Regen stehen gelassen wird. Ohne die gute fachliche Zusammenarbeit mit dem Baureferat des Landeskirchenamtes und der finanziellen Unterstützung hätten wir das erste Projekt nicht stemmen können und auch die zweite Baumaßnahme hätte uns große Probleme bereitet. pb

 

BILDTEXT

Vier Handwerker decken die Südseite des Kirchendaches der St. Mauritius-Kirche sorgsam neu ein. Foto: Bordfeld