Windhausen (pb). Seit 17 Jahren ist das hochbeinige, mittelgroße Wesen mit seinen pinselartigen Haarbüscheln an den Ohren, seinem ausgeprägten Backenbart, den kräftigen Reißzähnen und dem kurzen Schwanz insbesondere im Gespräch der Bürger im und am Harz.

Seit bereits fünf Jahren hat allerdings nicht „nur“ ein Vertreter des Luchses Rolf Renneberg aus Windhausen und dessen Sohn Christoph fest im Griff.

„Der Zufall war auf unserer Seite, als wir auf unserem zwischen Osterode und Clausthal gelegenen Wanderweg einem jungen Luchs  begegneten“. Das Erstaunen wäre auf beiden Seiten sehr groß gewesen. Sogar  dem bayrischen Gebirgsschweißhund „Max“ hatte es die Sprache verschlagen. Denn vor ihnen tauchte ein junger Luchs auf. Während Christoph „Max“ nahm und zum Auto brachte, um aus selbigen die Kamera zu holen, entschloss sich die kleine Wildkatze dazu, den benachbarten Baum stattlicher Größe zu erklimmen. „Er stellte uns eine erstaunliche Kletterkunst vor“. Dass Rolf Renneberg damit Recht hatte, stellte er mit den Fotos unter Beweis, welche sein Sohn machte.

In den schönen Augen des befellten Vierbeiners mit den kräftigen Krallen war mehr Verwunderung, als Angst zu sehen. Ob Mama und Geschwister unbemerkt dem Spiel zusahen, oder ob er ein Ausreißer war, das ist bis heute sein Geheimnis geblieben.

Die beiden Windhäusener machten sich in den zurückliegenden fünf Jahren  immer wieder in der Hoffnung auf den Weg, diesem sympathischen Lynw mindestens noch einmal zu begegnen.

Ihre Geduld wurde bis zum Frühjahr 2017 auf große Probe gestellt. Ebenso unerwartet, wie vor fünf Jahren, kam es zu einer erneuten Begegnung. Diesmal standen erst einmal in etwa 20 bis 30 Meter Entfernung zwei kleine Luchse vor ihnen auf dem Weg. Sie suchten sich keinen Baum, den sie erstürmen wollten. Sie staunten zwar recht verwundert, legten aber keinen Wert auf eine Flucht. Der Grund dafür sollte sich den beiden Wanderungen schnell präsentieren. Es war das Muttertier. „Sie kam ganz gelassen auf uns zu, um uns dann aus sicherer Entfernung zu betrachten“.

Dabei wäre in den von Neugier geprägten Augen und der Körperhaltung folgende Frage zu sehen gewesen: „Woher kenne ich die beiden“? -  „Schade, dass wir nicht wissen, ob es der kleine Luchs von vor fünf Jahren war, es macht aber Spaß, einfach mal davon auszugehen“, so Rolf Renneberg. Selbstredend hielt Sohn Christoph auch diese Begegnung in Bildern fest.

Und die beiden werden auch weiterhin diese Wanderung unter die Schuhe nehmen. Denn dem Luchs so ohne Zaun gegenüberzustehen ist einfach atemberaubend fantastisch. „Dieses Zusammentreffen kann fast süchtig machen“. Eines werden die beiden aber trotz aller Begeisterung nicht machen: Außer dem  Luchsprojekt Harz anderen verraten, wo es zu diesem Zusammentreffen gekommen ist und hoffentlich noch kommen wird. Sie wollen keinen Luchs-Tourismus auslösen. 

.

Dieser kleine Luchs schaute sich die Menschen in Baumhöhe an.

Den beiden begegneten die Renneberg in diesem jahr.

Ist dieses Muttertier vielleicht das kleine Wesen von fünf Jahren?

Fotos: Christoph Renneberg