Zahlreiche Besucher feierten die Kreisfusion in der Osteroder Stadthalle. Zu dem Festakt kam auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil

Osterode (hn). Mit einem Festakt wurde am Dienstag in der Osteroder Stadthalle die Fusion der beiden Alt-Landkreise Osterode und Göttingen vollzogen und die Geburtsstunde des neuen Landkreises Göttingen unter großem Medieninteresse gefeiert.

Vor über drei Jahren wurde die Zusammenlegung beschlossen, die die erste Landkreisfusion seit den 1970er Jahren ist.

„Was wir als Land dafür tun können, diese erfreuliche Entwicklung zu unterstützen, werden wir auch tun“, so der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil in der vorangegangenen Pressekonferenz. Der neue Landkreis sei zukunfstfähig aufgestellt. Weil wünschte  in seiner Rede vor Publikum dem Landkreis Göttingen von Herzen alles Gute und dankte dabei besonders dem Altkreis Osterode, für den dieser Schritt wohl ein besonders schwerer, aber auch weitsichtiger Schritt gewesen sei. "Die beiden Landkreise zusammen sind stärker als getrennt und die Fusion ist ein großer Schritt in die richtige Richtung", so der Ministerpräsident. Vor allem sei es die erste freiwillige Landkreisfusion, was ein besonderes Kompliment verdiene. Mit über 320.000 Einwohnern wird der neue Landkreis Göttingen nicht nur einer der bevölkerungsstärksten sondern auch drittgrößter Landkreis Niedersachsens sein.

Der neu gewählte Landrat von Göttingen Bernhard Reuter sprach von einem schöpferischen Akt, die Erschaffung eines neuen Landkreises, was weder für Osterode ein Beitritt, noch für Göttingen eine Übernahme gewesen sei. "Diese Entscheidung wurde mit Weitsicht getroffen, man hat erkannt, dass man zusammen stärker ist". Reuter dankte allen über 300 Beschäftigten, die in den verschiedenen Gremien an der Gestaltung mitgewirkt haben sowie dem Land Niedersachsen mit seinem Ministerpräsidenten Weil und dem Innenminister Boris Pistorius.

Bürgermeister Klaus Becker sah das ganze eher prakmatischer: "Der Verlust des Kreisstatus ist kein Beinbruch, zumindest nicht, so lange die wichtigen Dienstleistungen vor Ort bleiben". Und zu der von der Firma Harzkind entworfenen Postkarte mit dem humorvollen Aufdruck "Göttingen am Harz" sagte er scherzhaft, dass der Landkreis Göttingen nun ein Naherholungsgebiet mit 101 Bergseen und 639 Quadratkilometern Natur direkt vor der Haustür habe.

Quasi als Mitgift hat der neue Großkreis eine Entschuldungshilfe vom Land Niedersachsen in Höhe von insgesamt 80 Mio Euro erhalten. Sparen ist dennoch auch zukünftig angesagt. So werden rund 550 Angestellte der ehemaligen Kreisverwaltungen umziehen. Dennoch wird die Verwaltung auch weiterhin an beiden Standorten vertreten sein. Reuter sagte gegenüber dem NDR-Fernsehen, dass nur zentralisierte Bereiche, mit denen der Bürger nichts zu tun habe werde, es entweder nur in Göttingen oder Osterode geben wird.

Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil sicherte dem neuem Landkreis Göttingen auch weiterhin die Unterstützung des Landes zu. Foto: Christian Dolle

Der Zusammenschluss sei weder ein Beitritt noch eine Übernahme, sondern eine Entscheidung, die mit Weitsicht getroffen wurde, so der neu gewählte Göttinger Landrat Bernhard Reuter. Foto Christian Dolle

Nur ein Scherz: "Göttingen am Harz". Mit der Fusion habe Göttingen nun ein Naherholungsgebiet mit Natur und Bergseen, sagte Bürgermeister Klaus Becker zu der von der Firma Harzkind entworfenen Postkarte. Foto Christian Dolle