Die Osteroderin Tanja Biallas hat ein Buch geschrieben, in dem sie ihre schrecklichen Erlebnisse nach einem Autounfall verarbeitet und anderen Verbrennungsopfern Mut machen und Hilfestellung geben will

Osterode/Clausthal-Zellerfeld (hn). Sie ist eine gutaussehende junge Frau, ihr Körper ist durchtrainiert und sie liebt den Sport und gesunde Ernährung. Wenn man Tanja Biallas im Alltag begegnet, will man kaum glauben, dass die gebürtige Osteroderin vor 13 Jahren nicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort war sondern ihr Leben nach einem schweren Autounfall auch sprichwörtlich am seidenen Faden hing.

Im Dezember des vergangenen Jahres ist ihr Buch „Der Phoenix hebt ab“ erschienen, in dem sie ihre traumatischen Erlebnisse nach dem Unfall beschreibt und anderen Menschen, die Verbrennungen erlitten haben, Mut für das Leben danach machen will. Am 29. April 2003, einem Dienstag um 14.31 Uhr, erlitt die Fremdsprachenkorrespondentin und leidenschaftliche Fitness- und Gesundheitstrainerin einen Unfall auf der Autobahn und zog sich dabei Verbrennungen von 47 Prozent ihrer Körperoberfläche zu, Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Ein Laster hatte eine Metallrampe verloren, die sich unter ihrem Wagen verkeilte, die Benzinleitung aufriss und ihr Lenkrad blockierte. Noch während der Fahrt stand das Auto in Flammen, bevor es mit der Leitplanke kollidierte und zum Stehen kam. „Ich saß da in einem brennenden Käfig. Die Flammen knackten und zischten, die Luft war brennend heiß wie eine Barriere", beschreibt die 44-Jährige ihre Lage in dem brennenden Auto.

Von einer Sekunde auf die andere nahm ihr Leben eine dramatische Wendung. Sie musste sich nicht nur nach ihrem Koma mit Nahtoderfahrung und zahlreichen zwingenden Folgeoperationen wieder in die Normalität zurück arbeiten sondern war auch gezwungen, sich in komplett veränderten Hautverhältnissen zurecht zu finden.  Auffällig und bemerkenswert sei der Unfallzeitpunkt gewesen, der aus dem Unfallprotokoll hervorginge, denn sie sei ebenfalls an einem Dienstag um 14.31 Uhr zur Welt gekommen sei.

Ihr großes Glück sei gewesen, dass sie schon von klein auf sehr aktiv war und immer viel Sport getrieben habe. „Der Sport ist, was ich bin. Ohne mein jahrelanges Training und die sinnvolle Ernährung würde ich heute hier nicht so kerngesund und vital sitzen“, weiß Biallas, die inzwischen in Clausthal-Zellerfeld lebt. In ihrem Buch beschreibt sie nicht nur eindrucksvoll, welche Erlebnisse sie in ihrem dreiwöchigen Koma hatte und welche Therapien und Ernährungskonzepte ihr geholfen haben sondern auch die Schwierigkeiten im Umgang mit Kostenträgern und Teilen des sozialen Umfelds.

Sie selbst bezeichnet sich nicht als „Opfer“. "Es ist okay so, ich bin dadurch stärker geworden“. Und sie hat noch große Pläne. Ihr Ziel ist, Naturerlebnisse, heilungsfördernde Aktivitäten im Harz anzubieten für Patienten mit ähnlichem Hintergrund, und diese anzuleiten in Bewegungs- und Ernährungsfragen. „Die Natur, der Wald, die Waldseen und die Bewegung haben mir so sehr geholfen, das möchte ich gerne weitergeben“.

Die Osteroderin Tanja Biallas hat ein Buch veröffentlicht, mit dem sie anderen Menschen, die wie sie Verbrennungen erlitten haben, Mut machen will. 

Das Buch „Der Phoenix hebt ab – die Geschichte dahinter“ (ISBN 978-3-7392-2210-3, Euro 26,99) ist als gebundene Ausgabe und als E-Book beim Norderstedter Book On Demand Verlag (BoD)  erschienen und kann dort oder im Buchhandel bestellt werden.