Bundesweiter Vorlesetag: in der Gemeinde Bad Grund nahmen die Gittelder Bücherei und das Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund teil

Gittelde/Bad Grund (hn). Bereits zum 14. Mal riefen die Zeitung DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung ganz Deutschland zur Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag auf. In der Gemeinde Bad Grund nahmen die Gittelder Gemeinde- und Schulbücherei sowie auch das Höhlenerlebniszentrum (HEZ)  in Bad Grund daran teil.

In Gittelde hatte die Leiterin der Bücherei, Ilonka Prill, die aus Stauffenburg stammende Autorin Ulrike Kurbach für den Bundesvorlesetag gewinnen können, die zusammen mit der Illustratorin Diana Pfister aus ihrem Buch „Cannas Geschichten“ vorlas. In dem Kinderbuch geht es um eine Blume, die zuvor noch nie jemand gesehen hat. Alle anderen Blumen sind sich einig, dass sie hochnäsig sein muss und sich für etwas Besseres halten muss. Die Blume kann sich nicht erklären, warum sie auf dieser Wiese die einzige ihrer Art ist und erlebt in ihrem ersten Frühling viel Traurigkeit und Einsamkeit. Kurbach beschreibt in dem ersten Kapitel kindgerecht das Thema Ausgrenzung und Mobbing im übertragenen Sinne, wodurch immer wieder deutlich wird, dass es sich lohnt, miteinander zu reden, um Vorurteile abzubauen. Es muss nur einer den ersten Schritt machen. Dabei gestalteten Kurbach und Pfister den Nachmittag sehr abwechslungsreich, indem sie abwechselnd den Text und die wörtliche Rede vortrugen. Die Kinder lauschten den Geschichten um die Blume Cannas, Frau Maus, den Vogel Felix und Doktor Hirschkäfer sehr angeregt. In ihrem Buch ist es der Autorin auch immer wieder gelungen, besonders schöne Formulierungen zu treffen, wie etwa die Beschreibung, als die Sonne die Pflanzen und Tiere nach einem langen Tag mit einem lauten Räuspern verabschieden musste, weil es schon längst Nacht war. Wohl dosierte Portionen Süßigkeiten rundeten den Nachmittag ab.

In Bad Grund im HEZ waren rund 30 Gäste, Kindern mit Eltern, vor Ort, um sich im passenden Ambiente der Tropfsteinhöhle die Höhlenabenteuer des Jim Knopf von Michael Ende vorlesen zu lassen. Vorleserin war die Höhlenführerin und leidenschaftliche Bücherfreundin Annette Mackensen-Schubert. Dunkelheit, glitschige Stufen hinab ins Erdinnere und geheimnisvolle Schriften gab es für Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer zu bewältigen. Im Schein von aufgestellten Kerzen, konnten die Zuhörer die Höhlengeschichte authentisch genießen, was auch zusätzlich noch für die nötige Spannung sorgte. Zum Abschluss gab es für die Kinder leckeren Kinderpunsch.

Der Bundesweite Vorlesetag will ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens setzen. Ziel ist es, bei Kindern die Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken bereits früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen. Das Konzept ist einfach: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor, zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen.  

 

In der Gittelder Schul- und Gemeindebücherei lasen die Illustratorin Diana Pfister und die Buchautorin Ulrike Kurbach aus ihrem Buch „Cannas Geschichten“ vor.

Ein passendes Ambiente war die Iberger Tropfsteinhöhle im Höhlenerlebniszentrum. Höhlenführerin Annette Mackensen-Schubert las die „Höhlenabenteuer von Jim Knopf“ vor.

Fotos: Herma Niemann