Die Integration der Flüchtlinge war Thema im Sozialausschuss der Gemeinde Bad Grund / Ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte stellte sich vor

Gemeinde Bad Grund (hn). Seit dem ersten Februar hat die Gemeinde Bad Grund wieder eine ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte. Die 28-jährige Lisa Stichnoth stellte sich nun ganz offiziell im Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Tourismus, der in der vergangenen Woche im Rathaus Windhausen tagte, den Ausschussmitgliedern vor.

Nach ihrer Ausbildung in der Verwaltung, arbeitet sie seit 2012 im Hauptamt und in der Buchhaltung der Gemeinde, seit 2013 ist sie Sachbearbeiterin in der Bauleitplanung und der Dorferneuerung. Das Thema Gleichstellung sei allgegenwärtig, so Stichnoth, die berichtete, dass viele Bürger wohl eher einen Mann im Büro der Bauleitplanung erwarten würden und ziemlich erstaunt seien. Stichnoth freue sich sehr auf ihre neue Aufgabe und habe sich auch schon zu einem speziellen Seminar angemeldet, um auch aus fachlicher Sicht besser aufgestellt zu sein. Auch mit der hauptamtlichen Jugendpflegerin Melanie Henschel habe sie Kontakt aufgenommen, um demnächst vielleicht auch gemeinsam Projekte durchzuführen.

Im weiteren Verlauf ging es in der Sitzung auch um einen Sachstandsbericht zum Thema Flüchtlingsintegration. „Auch wenn wir durch den Weggang des Sozialamtes nach Osterode sachlich nicht mehr zuständig sind, werden wir uns dieses Thema trotzdem weiterhin widmen“, so der Fachbereichsleiter für Familie und Soziales, Stephan Mantel. Positiv sei, dass es keine nennenswerten Probleme in der Gemeinde gäbe. Andreas Hochwald von der Beschäftigungsinitiative Bad Grund (BIG) präsentierte den Mitgliedern eine Statistik. Im Gegensatz zu den Anfängen im Jahr 2015 würde man heute mehr Integrationsarbeit leisten. Insgesamt leben in der Gemeinde 116 Flüchtlinge, ohne die unbegleiteten Minderjährigen. Davon leben 20 in Eisdorf, zwölf in Badenhausen, 43 in Bad Grund, 22 in Windhausen und 19 in Gittelde. Von den 116 sind 56 Erwachsene, der Rest sind Kinder, der größte Anteil kommt aus den Ländern Syrien, dem Irak und Afghanistan. Der überwiegende Teil sind Familien mit Kindern. Die Schaffung des Helfernetzwerkes vor drei Jahren bezeichnete Mantel als Gold wert. Jede Familie habe damals einen Helfer an die Hand bekommen, und teilweise würden auch heute noch die Kontakte gepflegt.

Über die aktuell in der Gemeinde lebenden unbegleiteten männlichen und minderjährigen Flüchtlinge berichtete Anika Lüder von der Jugendhilfe Südniedersachsen. Dies 14 Flüchtlinge seien in Gittelde, Bad Grund und Badenhausen untergebracht. Bis auf einen mit subsidiärem Schutz würden sich alle in Ablehnungsverfahren befinden. Dennoch seien die Jugendlichen sehr engagiert und würden nach Arbeitspraktika fragen. Viele davon seien in den Vereinen wie dem FC Westharz und dem Tischtennisverein Gittelde angekommen und integriert. Mit den jungen Männern gebe es in der Nachbarschaft keine nennenswerten Probleme, was ein Zeichen dafür sei, dass das Konzept aufginge. Auch der Koordinator des Flüchtlingshelfernetzwerkes Günther Freyer berichtete seine Erfahrungen. Momentan habe er noch zwei Brüder in der Betreuung.