Gemeinde Bad Grund (pb). Laut der schriftlichen Bekanntmachung der Sitzung des Rates der Gemeinde Bad Grund hätte sich die Beschlussfassung über die erste Eröffnungsbilanz 2009 in sechs Tagesordnungspunkten abwickeln müssen.

Da aber die Vorstellung des Haushaltsplanes 2015 schon sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen würde und es weitere Beschlussvorschläge gab, hatte niemand etwas dem Antrag von Bürgermeister Harald Dietzmann entgegenzusetzen, aus sechs Punkten einen zu machen. So fasste Kämmerer Volker Höfert die Eröffnungsbilanz der Samtgemeinde Bad Grund und die der damaligen Gemeinden Bad Grund, Badenhausen, Eisdorf, Gittelde sowie Windhausen in einem überschaubaren Komplex zusammen, der am Ende einstimmig angenommen wurde.

Es waren übrigens nicht „nur“ seitens der Fraktionen Worte des Dankes an den Kämmerer und dessen Team für diese Sisyphusarbeit zu vernehmen. Volker Höfert dankte all seinen Mitarbeitern/innen und dem Rechnungsamt dafür, dass sie alle an einem Strick gezogen hätten.

Auf die Gesamtbetrachtung eingehend betonte er, dass die negative Nettoposition (Eigenkapital) der Bilanz mit rd. 6 Mio. Euro zwar erwartet werden konnte, dennoch aber als nicht zufriedenstellend zu werten sei. „Ein privates Unternehmen wäre mit Vorlage der Eröffnungsbilanz schon als insolvent abgestempelt.“, so Höfert.

Das Gesamtvolumen der Bilanz beläuft sich – zusammengefasst betrachtet – auf rd. 33,6 Mill. Euro. Im Einzelnen sehe das so aus, dass neben dem größtem Anteil Sachvermögen von rd. 25,8 Mill. € Sachvermögen – wie beispielsweise unbebaute und bebaute Grundstücke, Fahrzeuge und Betriebsausstattung - auch rund 3,7 Mill. € Finanzvermögen sowie fast 76 000 € immaterielles Vermögen dargestellt werden kann.

Die Passivseite ist geprägt von einer Verschuldung von rd. 35,9 Mill. Euro. Außerdem musste erstmals die Rückstellungen für Pensionen, Altersteilzeit und anderes mit rd. 4,2 Mill. € ausgewiesen werden. „Hierbei handelt es sich um Schulden, die es im kameralen System nicht gab und die nun zusätzlich die Bilanz belasten“, erläutert Höfert.

Vorausblickend führte der Kämmerer aus, dass die Jahresabschlüsse der Jahre 2009 bis 2012 nun möglichst en bloc nachgeholt werden sollen, um dann eine zusammengefasste Eröffnungsbilanz der Einheitsgemeinde zu erstellen. „Zu diesem Zeitpunkt wird sich herausstellen, wie wichtig die Entschuldungshilfe war“, so Höfert, der darauf hinwies, dass mit der Entschuldungshilfe von rd. 12 Mill € wieder ein positives Eigenkapital zu sehen sein wird.

Einstimmigkeit herrschte im Rathaus von Windhausen auch vor, als es um die Neufassung einer Satzung sowohl über die Erhebung der allgemeinen Vergnügungssteuer als auch über die Erhebung der Vergnügungssteuer für die Benutzung von Apparaten (Geldspielgeräten) ging.

Last, but not least galt es für den Rat, dem Konzept und den Planungen zur künftigen Jugendarbeit in der Gemeinde Bad Grund zuzustimmen (Harzkurier berichtete), dessen Finanzierung durch die Umschichtung von Haushaltsmitteln in 2015 sicherzustellen ist. Auch hier gab keine Neinstimmen und keine Enthaltungen.